:: Das Manifest ::



Exordium

Die Entstehung des Lebens

Am Anfang gab es nichts. Keine Zeit, kein Licht, noch nicht einmal Dunkelheit, dann erschuf ER am ersten Tag die Erde. Am zweiten die Menschen und am dritten das Internet. Noch am Abend des dritten Tages sah ER, dass sich die Vollkommenheit noch nicht eingestellt hatte. Die Menschen surften sinnlos umher und wussten nicht was sie mit der Erde, dem Universum und vor allem dem Internet anstellen sollten. Überall auf der Erde töteten sich Menschen. Kriege, Hungersnöte und endloses Leid war allgegenwärtig, deshalb beschloss ER seine Schöpfung zu vervollständigen und erschuf BET. Das Leid auf der Welt wurde dadurch natürlich nicht weniger, aber wenigstens hatten die Menschen nun etwas zu lachen. Die Zivilisation wurde auf eine völlig neue, höhere Stufe gestellt und ER sah, dass es gut war. Doch auch mit BET gab es auf der Welt Zwietracht und Hass. Die Menschen brauchten jemanden der ihnen den rechten Weg offenbart und so entsandte ER Mr.Zufall direkt aus den Tiefen des www zu den BET'lern.


Mr.Zufall erklärt BET

Und so geschah es, dass Mr.Zufall als Sternschnuppe zur Erde gesandt wurde. Verschiedene Bauern, aber auch drei Weise aus dem Morgenland, sahen die Sternschnuppe und machten sich auf den weiten, beschwerlichen Weg die Ursache dieser Erscheinung herauszufinden. Doch Mr.Zufall hatte keine Zeit sich mit derartigen Kleinigkeiten aufzuhalten. Die 3 Weisen verloren die Sternschnuppe. Sie waren sehr betrübt und als es zu Regnen begann, suchten sie in einem kleinen Stall Schutz. Daraufhin verliert sich ihre Geschichte. Mr.Zufall aber fuhr, umringt von feuerroten Blitzen, zur Erde nieder.

Es vergingen über 2000 Jahre bis er endlich gefunden hatte wonach er suchte.

Im heutigen Böblingen stieß er auf zwei stattliche Männer, die ihn sogleich als das erkannten, was er war. Sie knieten nieder und priesen ihn, doch Mr.Zufall beugte sich zu ihnen und sprach mit lauter Stimme: "Steht auf, ihr sollt vor niemandem mehr knien. Ich werde euch zu meinen Propheten machen. Nennt mir eure Namen." "Ich bin Florian aus Böblingen." sprach der Eine noch recht eingeschüchtert. Der Andere, schon etwas selbstsicherer: "Ich werde Michael genannt."

"Seit nun so langer Zeit suche ich nach zuverlässigen Männern, denen ich die Eckpfeiler meiner Religion erklären kann. Ihr sollt sie daraufhin auf der ganzen Welt verbreiten. Ich erzähle euch zuerst eine Geschichte: Ein Mann tritt bei BET ein und wird Teil dieser Bewegung. Er lebt ein wunderschönes Leben und bemerkt dann, dass egal was er seit diesem Tag getan hat, ob er ein Haus gebaut hat, eine Frau liebte, die Windeln seines Sohnes wechselte oder seine Steuern bezahlte, er immer ein BET'ler blieb.

Denn BET ist überall, wir sind allgegenwärtig. BET umgibt dich ständig, selbst hier ist es. Du siehst BET wenn du über die Straße gehst, wenn du deinen Fernseher anmachst, dich ins Internet einloggst, wenn du zur Arbeit gehst oder die Kirche besuchst. Es ist eine Religion, die dir die Wahrheit näher bringen soll. Du bist ein Diener deines Verstandes! Wie fast alle Menschen lebst du seit deiner Geburt in der Sklaverei. Du lebst in einem undurchdringbaren Gefängnis. In einer dunklen, unheilvollen Gefängniszelle für deinen Geist. Der einzige Weg diese schwarze Tiefe in deinem von Narben übersäten, zerschlitzen Inneren zu überwinden, ist das heilbringende Licht von BET!

Ich will euch nicht mit leeren Phrasen oder sinnlosen, überholten Regeln langweilen. Nicht ‚Wahrlich ich sage euch‘, sondern ‚macht euch eure eigenen Regeln, lebt eure Träume. Findet selbst heraus was richtig für euch ist‘. BET soll nur eine Hilfestellung in eurem Leben sein. Ein strahlender Wegweiser auf einer dunklen, gefährlichen Straße. Die helle Straße, die zur Freiheit führt. Der stille Begleiter in einem so langen Rennen ohne ein einziges Ziel.


Mr.Zufall sagt: Sei dabei oder verschwende dein Leben

Es ist eigentlich ganz einfach und unglaublich logisch sich uns anzuschließen, denn alles Existierende entsteht grundlos, besteht aus Schwäche fort und stirbt irgendwann durch Zufall. Wir leben in einer Welt in der alles was du liebst, dich zurückweisen und verlassen wird. Alles, was du je erschaffst, wird weggeworfen, vernichtet und zertreten werden. Alles worauf du stolz bist, wird als Müll enden und bespuckt werden. Alles was du für wichtig erachtet hast, wird belacht und verspottet werden. Es gibt Menschen, die Eimer voll Champagner trinken, Schubkarren voll Kaviar essen und Diamanten tragen, die größer sind als ich mich fühle. Und dann gibt es Menschen, die sich wie Schrott fühlen, die denken sie wären menschlicher Abfall und das sich niemand um sie schert, das es allen egal ist wo sie wohnen, was sie machen, was sie lieben, wie sie sich fühlen oder worum sie sich bemühen.

Bei BET ist das anders. Bei uns bist du nicht dein Auto, deine Herkunft oder dein Kontostand. Es geht bei uns nicht um Dazugehörigkeit im Sinne von ‚mitmachen‘, es geht um Liebe im Sinne von ‚Fürsorge‘. Ein Mann, der vor BET kein Dach über dem Kopf hatte, kann bei uns der Herr über eine ganze Stadt sein und wer der Herr über eine Stadt war, kann nun in der Gosse betteln. Bei uns bist du nicht der als der du geboren wurdest, sondern der, der wirklich in dir steckt. Bei uns erwartete dich das Königreich des Verstandes. Löse deine Verbindung zur physischen Macht und all deinen Besitztümer, denn nur indem du dich BET anschließt, kannst du die wahre Macht deines Geistes entdecken. Erst wenn du dich für Wissen statt Unwissen entscheidest, kann die Freiheit deines Geistes beginnen, denn es ist doch ein Zeichen einer kranken Gesellschaft, dass man sich gut fühlt, nur weil es einem nicht schlecht geht. BET kämpft aber um die Rettung deiner Seele. Wir möchten dein Lehrer sein, der alle Nichtigkeiten aus dem Weg räumt und dir dadurch Freiheit schenkt. Nachdem du ein BET'ler geworden bist, ist keines deiner Probleme gelöst, aber keines ist mehr wichtig. Schließe dich uns an und von jetzt an, bis zu dem Tag an dem du stirbst, ist jeder BET'ler, wo immer du bist, dein Bruder! Menschen sterben, das ist nun mal so, aber BET lebt in alle Ewigkeit! Und das heißt: DU lebst in alle Ewigkeit!

Denn ich sage euch: Nur wer seinen Geist in meine Hände befielt kann errettet werden, denn ich allein bin der Weg zur Erlösung. Alle anderen werden durch mein flammendes Schwert gerichtet werden. Denn ich kann euer unwürdiges Leben auslöschen und die Toten wissen nur eines: Es ist besser am Leben zu sein. Ich werde Vergeltung üben an jenen die mich hassen und Rache nehmen an meinen Feinden. Nichts zu fürchten haben die Armen und die Hungrigen. Nichts zu fürchten haben die Schwachen und Kranken, nur die nicht angemeldeten werden dran glauben, denn sie sind es ohne Gewissen und ihr Blut soll vom Himmel regnen und in großen Strömen durch das Land ziehen. Diejenigen aber, die sich von mir erretten lassen, werden für immer im Paradies sein. Seit stolz auf das unsichtbare Zeichen, welches euch als echten BET'ler auszeichnet und vergesst nie: In der Ewigkeit wird man sich unserer Taten erinnern!

BET, das war einmal ein Traum, man durfte nur flüsternd davon sprechen, nur ein wenig lauter und er würde verschwinden, so flüchtig war er. Doch mit der Zeit wurde dieser Traum realer und füllte sich mit Leben. Heute ist BET mehr als eine Idee, mehr als eine leere Hülle. BET ist nun eine Weltanschauung. Werde auch du, wie so viele vor dir, Teil dieser Ideologie!


Das Leben nach dem Tod

Als ersten Schritt zum ewigen Leben musst du sterben, denn Im Tod bist du unsterblich. Doch du stirbst dabei nicht wirklich. Du wirst dabei zu einer Legende, du wirst nicht mehr altern, du wirst nicht mehr leiden und nicht mehr verletzt werden. Man wird dich, so wie du warst, in für immer in Erinnerung behalten. Halte dich nicht mit der Vergangenheit auf, denn das hier ist unsere Welt. Lebe genau jetzt! Warum sollt ihr euch mit der traurigen, sich ständig wiederholenden Geschichte dieses Planeten beschäftigen? Das hier ist unsere Welt und all diese altertümlichen Leute sind tot! Alles für die heilige Idee von BET!


Die Apokalypse

Seht euch vor all ihr nicht angemeldeten, denn euer Handeln, euer Denken, wird unsere Erde ins Chaos stürzen. Denn wegen euch wird sich der Himmel am Tage verdunkeln. Stürme und Flutkatastrophen werden wütend über das Land herziehen. Die Erde wird mit Feuer und Glut Rache nehmen, die Luft wird sich in Asche verwandel und das Wasser wird blutrot werden. Denn sollten nicht alle Menschen auf der Welt sich BET anschließen wird ER die Erde zerstören und alles Leben darauf vernichten. Nehmt dies als Warnung und missioniert so viele Menschen wie ihr nur könnt. Dadurch rettet ihr nicht nur ihr Leben, sondern auch euer eigenes.



Narratio

Die erste Predigt

Als sich wieder einmal, wie schon viele Male zuvor, eine große Menschenmenge versammelt hatte um meinen Worten zu lauschen, sprach ich: "Kommt her zu mir! Alle, die ihr erschöpft und voll Trauer beladen seid, denn ich werde euch erquicken und euch eure Trauer nehmen!" Als eine gespannte Ruhe eintrat, verkündete ich weiter: "Immer wieder höre ich euch sagen, dass ein Leiter einer Bewegung kein Problem damit haben darf einen jeden seiner Anhänger für eine gute oder gerechte Sache zu opfern. Nach dieser Definition bin ich kein guter Anführer. Denn anstatt auch nur einen zu opfern, würde ich für jeden von euch mein Leben geben und möge die Sache auch noch so redlich, gerecht oder ehrenwert sein, sie kann es niemals wert sein, dass auch nur einer von euch dafür sein Leben verliert.

Immer wieder höre ich euch sagen, dass ein Machthaber erst an sich denkt und danach seine Anhänger versorgt. Wenn es etwas zu Essen gibt, wird er sich zuerst bedienen und die Reste seinen Anhängern überlassen. Ich bin anders. Ich werde nicht eher speisen bevor nicht ein jeder von euch gesättigt und müde zur Ruhe kommt. Bevor nicht ein jeder von euch in seinem Bett liegt und vom Himmelreich träumt, werde ich nicht einen Bissen Brot zu mir nehmen und nicht einen Schluck Wasser trinken.

Immer wieder höre ich euch sagen, dass man einer Sache, einer Bewegung oder einem Glauben niemals sein Leben widmen kann, ohne etwas anders zu verpassen. Doch hört auf mich und folgt meinen Worten denn ich sage euch, dass nur wenn man im Leben an etwas glaubt, so fest und leidenschaftlich, dass man ein Leben lang für diese Überzeugung eintritt, die vollkommen Erlösung erlangen wird.

Ich bitte jeden Morgen um die Gegenwart und das Erbarmen von BET, denn wir haben eine Macht. Nicht mithilfe einer politischen Lobby, aber wir haben eine Macht. Nicht mithilfe von Bomben oder Granaten, aber wir haben eine Macht. Nicht mithilfe von Millionen Anhängern, aber wir haben eine Macht und nur durch deinen Trotz, deine Ignoranz und deines Herzens Hochmut wird BET dich nicht erlösen. Selbst wenn du frei wie ein Kondor bist, hohe Gebirge innehast und dein Nest so hoch wie der Adler baust, werden wir dich dennoch von dort in den Abgrund stürzen. Ich sage euch: Dem Pferd sein Joch, dem Esel sein Zaumzeug und jedem Hochmütigen eine Rute auf seinen Rücken! Glaubt an mich und an BET, nur so kann ich euch erlösen. Folgt meinem Beispiel und hört auf mich! Denn wer Ohren hat, zu hören, der höre! Wer Augen hat, zu sehen, der sehe! Wer eine Nase hat, zu riechen, der rieche! Schließlich wird dich nämlich alles was du erlebst zu BET und damit in die endlose Glückseligkeit führen."

Als die Menge sich aufzulösen begann, kam ein Knabe auf mich zu und fragte mich: "Lange Zeit glaubte ich nicht an BET, werdet ihr mir dafür jemals vergeben können?" Und so sprach ich zu diesem Knaben von nicht mal 16 Jahren: "So wie ich dir deine Fehler vergebe, wird auch BET sie vergessen. Denn BET ist barmherzig und gnädig, sehr geduldig und von unfassbar großer Güte. Als du dich uns noch nicht angeschlossen hattest, warst du zu stolz, aber vor allem viel zu unsicher. Nun bist du Erleuchtet! Es gibt nichts, worum du BET nicht bitten kannst. Bittest du um Vergebung, so wird dir vergeben. Bittest du um Trost, wird BET dich trösten. Bittest du um Erlösung, werden wir dich erlösen." Etwas entfernt stand ein Mann, welcher laut zu Lachen begann und schließlich schrie: "Lügner! Spinner! Kopfverdreher! Mit deinen Worten belügst du uns! Ich werde nicht an BET glauben und ich spucke auf euch und eure Ideen!"

Traurig wandte ich mich dem Erzürnten zu und sprach mit sanfter, aber eindringlicher Stimme: "Ich zwinge niemanden den Weg der Erlösung zu beschreiten. Doch ich sage dir, dass du ohne BET in deinem Leben am helligen Tag umher tappen wirst wie ein Blinder. Und auf deinen Wegen wirst du kein Glück, keine Erlösung und keine Barmherzigkeit finden. Dir wird Leid, Gewalt und Unrecht wiederfahren und niemand wird dir helfen. Mein Sohn tu Buße, ich bitte dich eindringlich!"

Besänftigt fragt der einst Erzürnte: "Wie kann ich an BET glauben? Ich warte auf das Gute, doch es kommt das Böse. Ich hoffe auf Licht und es kommt Finsternis. Ich bitte um Seligkeit, doch muss ich ewig leiden. Wie kann ich also mit ganzem Herzen und aus tiefster Überzeugung deinen Lehrern folgen?"

"Es gibt für alles einen Grund" antwortete ich dem Hilfesuchenden, "nichts geschieht zufällig und wenn du für BET genau diesen Weg beschreiten sollst, dann soll es so sein. Mögest du auch Leid und Unrecht erfahren, so wirst du bei BET doch für immer und ewig glücklich werden. Wir sind eine Gemeinschaft und halten zusammen. Wenn du weinst, weine ich ebenfalls und wenn du glücklich bist, freue ich mich mit dir. Du hast bisher noch nicht die heilende Wirkung einer eingeschworenen Gemeinschaft erlebt, doch ich werde sie dir zeigen. Gehe hin und iss dein Brot mit BET'lern, trink deinen Wein nicht allein, sondern mit uns und du wirst bekommen wonach dir solange dürstet. Ich will dich bei den BET'lern sehen und dein und ihr Herz, soll sich freuen. Durch deinen Zorn und Hass habe ich dich kennengelernt. Nun wird dein Leid zu Freude, dein Hass zu Liebe und deine Einsamkeit zu einem Gefühl der Dazugehörigkeit. Wenn du dich BET anschließt machst du dich zu einem glücklicheren Menschen, aber auch mir wird Freude wiederfahren. Und wenn ich heimkomme zu meiner Frau, werde ich rufen: Freue auch du dich mit mir, denn ich habe ein weiteres Schaf gefunden, das verloren war."


Der Weg nach Stuttgart

Auf einer langen Straße Richtung Stuttgart traf ich 3 Männer. Der Erste hatte nur ein Bein, der Zweite nur einen Arm und der Dritte war ein wohlgeformter, perfekter, scheinbar glücklicher Mann von 20 Jahren. Als der Einbeinige mich erkannte, sprach er mich an: "Herr, BET muss mich hassen, ich habe nur ein Bein und bin zu nichts zu gebrauchen. Nicht einmal auf dem Feld kann ich arbeiten und ohne Stock kann ich nicht einmal laufen. Manchmal wünsche ich mir, dass ich sterbe." Der Einhändige hörte dies und schrie ebenfalls: "Ich habe nur eine Hand. Ich kann mich nicht mal alleine anziehen. BET hasst mich ebenfalls! Mein Leben sollte am besten heute noch enden." Der Dritte sagte: " Ich bin perfekt, habe viel Geld und jede Nacht schläft eine andere Frau in meinem Bett. Mein Leben ist großartig und soll niemals enden. Ich werde von alles und jedem geliebt. Was ich anfasse wird zu Gold und alles was ich mache gelingt. Trotzdem fühle ich mich nicht glücklich. Was soll ich nur tun?"

So dann sprach ich zu den drei Wanderern: "Mit welcherlei Maß messt ihr? BET gibt nichts auf derlei Unzulänglichkeiten. Denn wer nichts hat, dem wird gegeben und wer hat, von dem wird genommen werden. BET kämpft für eine besserer Welt. Deshalb wende ich mich zuerst an dich, du reicher, gutaussehender Jüngling, du Heuchler, zieh erst den Holzbalken aus dem Auge deiner Freunde und dann sieh zu, wie du den Splitter aus deinem eigenen entfernen kannst. BET ist nicht Essen, nicht Trinken, nicht Reichtum oder Ansehen, sondern die endlose Gerechtigkeit und Freude im Geiste. Nun zu euch ihr unglücklichen, verstümmelten Söhne von BET. Werft all eure Sorgen auf mich, denn ich werde für euch sorgen und all eure Zweifel beseitigen. Ich werde euch Freude und Glück bringen, wenn ihr nur an BET glaubt."

Alle drei fielen auf die Knie, priesen BET und so verkündete ich weiter: "Der Einbeinige soll dem Einhändigen beim Anziehen und im Haushalt helfen. Der Einhändige soll den Einbeinigen stützen und ihm so das Laufen erleichtern und du Unglücklicher, schenke beiden etwas von deinem vielen Geld und auch du wirst glücklich werden. So erfährst du die heilende Macht des Gebens. Weiter sage ich euch: vertraut auf BET, denn wir werden für euch sorgen. Ihr braucht nichts zu fürchten oder wegen etwas zürnen, BET wird euch beschützen, vertrauet darauf." Als eine Schar Raben an uns vorbeizog wies ich auf den Himmel und sprach: "Sehet euch die Raben unter dem Himmel an. Sie säen kein Korn aus, sie ernten kein Getreide, sie verdienen kein Geld, und BET beschützt sie dennoch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Warum sollte BET euch also nicht beschützen und für euch sorgen?"


Der Ungläubige

Als ich schon fast in Stuttgart angekommen wart, kehrte ich in einen Gasthof ein. Als ich mich zum Abendmahl nieder lies, sprach mich ein alter Mann an: "Darf ich sie etwas fragen?" "Natürlich dürfen sie, setzen sie sich doch zuerst zu mir und lassen mich mein bescheidenes Mahl mit ihnen teilen." antwortete ich. Nachdem ich mein Brot mit dem Alten gebrochen und mein Wasser mit ihm geteilt hatte, begann dieser: "Ich habe sie erkannt. Sie sind Florian, der Prophet von BET." Ich erwiderte:" Fürwahr, dieser bin ich." "Vorne weg", sprach der alte Mann weiter, "Ich glaube nicht an BET noch an eine andere Macht, die mein Denken in ein Verlies sperrt und mich nicht mehr eigenständig handeln lässt." "So denkst du über BET?" fragte ich entrüstet nach. "Genau das tue ich, oder was ist an BET anders als an anderen Religionen? Sie dienen doch alle nur dazu das Denken aufzugeben, denn jeder der sich einer solchen Vereinigung anschließt ist nur zu faul eigenständig sein Leben zu meistern. Habe ich nicht Recht?""Es macht mich traurig zu hören, dass du so über uns denkst. Lass mich dir etwas über BET berichten." begann ich.

"Bei uns geht es nicht um Sieg oder Niederlage, um gewinnen und verlieren oder um Worte und Sätze, es geht einzig und allein um dich! Wir wollen niemand das Denken abnehmen oder ihn zu etwas zu zwingen was er nicht selbst möchte. Jeder hörte es schon einmal flüstern, wir sprechen es nur laut aus. Es ist jedem bewusst, wir rufen es nur zurück ins Gedächtnis. Es steht jedem ins Gesicht geschrieben, wir machen es nur wieder sichtbar. Es liegt jedem auf der Zunge, wir geben ihm nur einen Namen. Wir sind kein künstlich geschaffenes Gebilde. BET ist wie wir alle sind. Bei BET steckst du nicht in den Zwängen deines Lebens, bei uns kannst du ganz du selbst sein. Nenne uns wie du willst, gib uns einfach deinen Namen, denn wir sind DU."

"Ich verstehe was du meinst, doch kann ich dir noch nicht ganz glauben." sprach der Mann langsam nachdem er lange Zeit nachgedacht hatte. "Dann begleite mich doch ein Stück auf meinem Weg nach Stuttgart." schlug ich dem Mann vor und er willigte sofort ein.


BET'ler sein ist eine Ehre

Und so geschah es, dass ich ein Stück meiner Reise mit Ismael, dem Mann aus der Taverne, ging und ihm alles über BET berichtete. Er war ein aufmerksamer Zuhörer und begriff das Wesen von BET sehr schnell. Nach einiger Zeit fragte er mich allerdings, wie man die Ehre, ein Teil von BET zu sein, überhaupt verdient hätte. Darauf antwortete ich: "Jeder kann ein Teil von uns werden. Man muss nur reinen Herzens sein und sich uns ganz anvertrauen. Nur die besten, tapfersten und die reinen Gewissen werden sich uns anschließen. Wir sind eine Elite. Und so fragte ich die Vögel am Himmel "Wollt ihr euch uns anschließen?" und sie antworteten "Nein Herr, wir sind nicht frei genug". Darauf fragte ich die Löwen in der Savanne und sie antworteten "Nein Herr, wir sind nicht mutig genug." Als letztes fragte ich die Steine und sie sagten mir "Nein Herr, wir sind nicht hart genug."

Du siehst also, dass, wenn du dich uns angeschlossen hast, bereits alle Prüfungen bestanden und du dich für würdig erwiesen hast." Ein paar Tage später verabschiedete ich mich von Ismael. Als sich unsere Wege trennten, sagte er, dass er BET nun verstanden hätte und sein Leben danach richten würde. Und als er sich schon zum gehen bewegte, sprach ich ihm nach: "Darum gehe hin und lehre jeden den du triffst alles, was ich dir berichtet habe. Und siehe ich bin bei dir alle Tage bis an das Ende der Welt."


Stuttgart

Nach ein paar Tagen erreichte ich schließlich das Ziel meiner langen Reise: Stuttgart. Ich wurde bereits von einer großen Schaar aufgeregter Menschen freudig erwartet. Darunter war auch eine Gestallt von unglaublicher Schönheit. Als ich sie sah, blieb mir das Herz fast stehen. Ihre Augen sind wie zwei kristallene Sterne der Lieblichkeit, ihr Haar ist wie ein Wasserfall aus purem Gold und ihre gesamte Erscheinung lies mein Herz vor Freude wild hüpfen. Sie kam zu mir und sprach: "Herr, ich habe dich erwartet. Erweist ihr mir die Ehre heute in meinem bescheidenen Haus zu speisen?" "Wer wäre ich, wenn ich ein solch freundliches Angebot ablehnen würde?" erwiderte ich. Nachdem ich den Tag über Stuttgart bereist und den Menschen den Glauben an BET näher brachte, begab ich mich gegen Abend zu dem Haus meiner Gönnerin. Ich klopfte an und sie öffnete in einem schlichten Kleid, welches ihre Vollkommenheit nur noch verstärkte. "Bitte tritt ein" sagte sie mit erröteten Wangen. "Sehr gerne, aber ich kenne noch nicht mal deinen Namen." antwortete ich. "Ich heiße Julia, Herr" Und so trat ich ein und wir verbrachten einen wundervollen Abend. Nachdem wir reichlich gegessen hatten, sprach Julia auf einmal mit einer Energie, wie ich zuvor noch niemanden reden hörte: "Bevor du nach Stuttgart kamst war ich nur ein Schatten meiner selbst. Ich aß, trank, schlief und wandelte wie ein blasser Geist. Nun bist du endlich hier und ich fühle mich endlich vollständig."

Die Gefühle die ich in Julias Gegenwart fühlte, hatte ich noch nie gespürt. Zwar war ich schon mit vielen Frauen zusammen gewesen, doch ich merkte schnell, dass die Gefühle zu ihr von ganz besonderer Art waren. Ich fühlte mich so sehr zu ihr hingezogen, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann. Wir redeten viel und ich erzähle ihr von meinen Reisen und Taten. Sie lauschte gespannt meinen Worten und ich merkte, dass sie nicht nur zuhörte, sie begriff auch sehr schnell. Sie war wahrhaftige eine echte BET'lerin. Als ich mich spät in der Nacht zum gehen aufmachte, zerbrach es mir fast das Herz sie allein zu lassen. Zwar kannte ich sie erst ein paar Stunden, doch kam es mir so vor als wäre sie schon mein ganzes Leben bei mir, als hätte mein ganzes Leben nur den Sinn gehabt, sie zu finden, als hätte mich alles was geschehen ist, nur zu ihr geführt.

Als ich, immer noch in Gedanken versunken, am Tisch stand, sagte sie plötzlich: "Du musst nicht gehen. Mein Herz würde aus tausend Nadelstichen bluten, wenn ich dich jetzt gehen lassen würde. Bitte bleibe bei mir." Ich war so froh als ich ihre Worte hörte und natürlich blieb ich auch.

Als ich am nächsten Morgen erwachte, war Julia schon auf und hatte ein üppiges Frühstück vorbereitet. Wir sahen uns an diesem Morgen sehr verlegen an. Keiner traute sich etwas über die letzte, wundervolle Nacht zu sagen. Als ich gerade am frühstücken war, durchbrach sie die Stille und sagte mit erröteten Wangen: "Ich glaube ich liebe dich." Viele Menschen haben viele Dinge an sehr vielen Orten zu mir gesagt, doch das waren die schönsten, die ich bis dahin in meinem Leben hörte. Ich sprang auf, umarmte sie und brachte nicht mehr als "Ich dich auch. Ich dich auch…" heraus.

Den restlichen Tag schlenderten wir durch Stuttgart und hatten viel Spaß. Als wir abends bei ihr zuhause angekommen waren, hatte ich endlich die richtigen Worte gefunden, um ihr zu sagen was ich für sie empfinde. Ich hatte schon so viele Reden gehalten und vor einer schier unzählbaren Anzahl an Menschen gesprochen, doch da war es immer der Geist von Mr.Zufall der mir die Kraft gab, etwas zu sagen. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich aber aufgeregt. Ich brachte kaum einen Ton heraus, doch schließlich sagte ich endlich: "Ich will auf ewig mit dir zusammen sein, dieser Tag hat mir gezeigt wie schön das Leben sein kann und ich will keine Minute mehr ohne dich verbringen." Julia saß da und begann zu strahlen, bis sie schließlich antwortete: "Mir geht es genau so. Nur ein kleiner Tropfen deiner Liebe ist mehr, als ich im Meer meiner Erwartungen je erwartet habe." Als wir uns in ihrem Haus umarmten sagte ich ihr leise in ihr Ohr: "Nicht mal den schönsten Engel, all die Weisheit von BET oder das ewige Seelenheil würde ich jetzt noch gegen dich tauschen wollen. Wenn dein Herz mich vermisst, schmeiß ich alles hin. Du bist unglaublich schön und so wie dich trug ich noch keine in meinem Herzen. Vor allen andern bist du es wert vor meinen Augen geachtet zu werden und ich liebe dich; darum würde ich alles für dich aufgeben und nur noch für dich leben." Da erschrak sie und sah mich entsetzt an: "Du darfst niemals und für niemanden, auch nicht für mich, die Lehre BET's aufgeben. Die Menschen brauchen dich. Du allein bist ihr Prophet." "Aber ich brauche nur dich" antwortete ich. "Auch ich brauche dich, doch, wie du mich benötigst, brauchen die anderen Menschen dich ebenfalls." antwortete sie mir.

Alles war gesagt und wir legten uns, so fröhlich wie nie zuvor in unserem Leben, schlafen.


BET trifft einen Jähzornigen

Ich war noch lange Zeit in Stuttgart unterwegs und traf viele Menschen. Eine Begegnung blieb mir allerdings besonders stark im Gedächtnis. Ich traf auf der Königstraße einen Mann, welcher wild um sich schlug; der fluchte und schrie. Also ging ich auf ihn zu und fragte ihn: "Was tust du hier? Was liegt dir auf deinem Herzen?" Der Jähzornige schrie mich an und meinte: "Verschwinde! Du willst mich doch sicherlich, wie alle anderen auch, verspotten." "Das will ich nicht. Damit du mein ehrliches Interesse entdeckst, frage ich dich noch einmal: Was liegt dir auf dem Herzen?" Er schaute mich ungläubig an und begann dann zu reden: "Ich bin das Gespött der Leute, alle lachen sie mich aus. Niemand will etwas mit mir zu tun haben, deshalb bin ich so außer mir, deshalb hasse ich die Menschen und deshalb verachte ich alles und jeden." Traurig blickte ich ihn an und sagte dann: "Wer so lange die Maske des Jähzorns trägt, vergisst irgendwann wer er darunter wirklich ist. Besinne dich auf eine frühere Zeit in der du glücklich warst. Nur wer sich selbst liebt, kann auch von anderen geliebt werden." Lachend erwiderte er: "Hohle Phrasen! Leeres Geschwätz! Ich werde den Menschen, die so gemein waren, zeigen wer ich wirklich bin. Ich werde sie bestrafen. Sie mögen zwar über mich lachen, aber ich werde auch lachen, wenn ich sie prügle. Man sagt immer, dass das Böse siegt, wenn das Gute nur zusieht. Ich aber sage dir, dass das Böse immer siegt. Sie können mich das Übel nennen. Sie können sagen, dass ich die Personifikation des Bösen bin. Mord steht auf meiner Stirn. Ich bin verantwortlich für den Zusammenbruch von Gesellschaft und Weltordnung. Ich lasse sie alle reden, denn es ist mir egal, denn meine Familie hat mich verstoßen, meine Frau und meine beiden Söhne haben mich verlassen, mein Bruder ist gestorben. Ich habe nichts mehr zu verlieren. Ich stehe für nichts mehr und wenn die Welt rufen 'Hilf uns!' und werde ich flüstern: 'Nein!'"

Ich spürte eine solche Trauer in mir und antwortete ihm: "Auch wenn du deine Fäuste anstatt eines Gesprächs einsetzt, werden meine Worte immer mächtiger bleiben und wenn du bereit bist mir zu zuhören formulieren sie die einzig richtige Wahrheit. Willst du den Menschen als der brutale Schläger in Erinnerung bleiben? Willst den Menschen zeigen wer du wirklich bist? Willst du ein solches Untier sein, welches andere mit Gewalt ängstigt?" Der Mann überlegte lange und sagte schließlich: "Du hast recht, so möchte ich nicht in der Erinnerung der Welt bleiben. Aber was sind das für Worte von denen du sprichst? Was ist BET und kannst du mir helfen?" "Lass mich dir etwas von BET erzählen..." begann ich und berichtete ihm dann alles was ich über BET wusste. Wir gingen noch bis in den Morgengrauen durch die Stadt und als ich mich von ihm verabschiedete, sagte er, dass er nie wieder dem Jähzorn verfallen würde. Zwar würde er Stuttgart verlassen, aber auf seiner Reise in eine neue Heimat wollte er die Idee von BET verkünden. Als er schon fast am Horizont verschwunden war, schrie ich ihm nach: „So wie ich bin, so wirst auch du sein!“


BET trifft einen Soldaten

Nach einiger Zeit kam ein junger Soldat zu mir und sprach: "Ich kämpfte lange Zeit in der Armee von Belerofort, dem Bürgermeister von Stuttgart. Ich ging damals in die Armee um mein Land zu verteidigen, doch wir folterten Zivilisten, töteten unschuldige Kinder und vergewaltigten hilflose Frauen. Das foltern von Gefangenen und das verhungern lassen von Zivilisten ist eine Schande für mein Land und mich. Niemand unternimmt etwas dagegen. Ich hatte mich doch aus so edlen Gründen bei der Armee verpflichtet und einen Eid auf Belerofort geschworen, doch durch diesen Eid habe ich mein Gewissen verraten. Lange Zeit sagte ich nichts. Er befahl und ich folgte ihm, doch damit ist nun Schluss. Ich möchte nun der Welt zeigen, dass wir nicht alle so sind wie er. Deshalb stelle ich meine Prinzipien über meinen persönlichen Vorteil. Ich werde mich seinen Henkern überantworten, doch in nicht all zu ferner Zukunft wird er für seine Gräueltaten zur Rechenschaft gezogen und er wird bei lebendigem Leib durch den Kot und Dreck der Straße geschleift. Oh Florian, erhebe mich zu deiner rechten und zähle mich zu deinen Heiligen!"

So sprach ich: "Die Hauptsache ist, dass wir handeln. Wir müssen zeigen, dass es noch ehrenhafte Menschen in diesem Land gibt, sonst wird es für immer Belerofort‘s Land bleiben. Belerofort ist nicht nur mein Erzfeind, sondern auch der Feind der gesamten Welt. Das Böse hat nämlich viele Gesichter, aber auch die Gleichgültigkeit guter Menschen ist eines davon und deshalb werde ich meine schwarzen Flügel über dieses Land ausbreiten. In meiner Hand wird sich der gerechte Hammer von BET befinden der auf die Schuldigen niederprügelt. Für Belerofort ist Macht alles. Die Menschen, die ihm diese Macht verleihen, sind aber Dreck für ihn! Ich sage euch: Der Bürgermeister ist ein Schwein, er ist kein Mensch! Er ist der Feind des Volkes! Wenn einer sich gegen Belerofort auflehnt, wird er nieder geknüppelt werden. Wenn sich aber viele gegen ihn zur Wehr setzen, so ist dies eine Revolution. Wenn du mit deiner Situation unzufrieden bist, ist dies Protest. Wenn du aber dafür sorgst, dass das was dir nicht passt, sich ändert, ist dies Widerstand! Wir müssen uns ihm widersetzen, denn wir haben eine Verantwortung vor der Geschichte, vor unseren Kindern und Kindeskindern. Bedenke: Reden ohne handeln ist Unrecht! Handeln ohne Überzeugung ist falsch! Eine Überzeugung ohne BET ist wertlos! Wir sind doch was wir tun… Als Mensch für die Befreiung der Menschen, denn was für ein Mann ist ein Mann, der die Welt nicht verbessert?“ Daraufhin redete ich lauter um auch die Menge zu erreichen, die sich mittlerweile um uns gebildet hatte: "Überlegt euch wohl, ob ihr in diesen dichten Wald des Verderbens schreiten wollt. Überlegt euch, ob ihr Belerofort folgen wollt, denn irgendwann werdet ihr meinen Weg kreuzen. Wenn ihr auf dem dunklen Pfad von Belerofort wandelt, werdet ihr euch eines Tages umdrehen und ich werde hinter euch stehen. Und seid euch gewiss: Ihr würdet schrecklich büßen müssen, denn wer auch immer das letzte Blut vergossen hat, dessen Blut soll nun vergossen werden; und er wird vor mir Erlösung finden…“ Dann ging ich in mich und schrie laut: „Verdammt soll er sein, dass er mir das aufgezwungen hat!“

... und dann war Krieg!


Die Schlosspredigt

Nach einiger Zeit hatte es sich in Stuttgart herum gesprochen, dass ich in der Stadt war. Immer mehr Menschen belagerten Julias Wohnung und so beschloss ich, dass es am folgenden Sonntag eine große Predigt halten wollte. Überall wurde verkündet, dass ich auf dem Schlossplatz sprechen würde. Als der Tag der Predigt gekommen war, begab ich mich schon am Morgen zu dem Platz. Schon von weitem hörte ich Geschrei, Tumult und wirres Schwatzen. Als ich dann um eine Ecke bog und den überfüllten Platz sah, lief es mir kalt den Rücken hinunter. All diese Menschen hatten sich schon so früh versammelt um mich sprechen zu hören. Wer war ich, dass ich so viele Menschen anzog? Ich handelte doch nur für BET. Ich sagte bei jeder meiner Predigten, dass ich nichts Besonderes war. Ein jeder treue BET’ler, der die Lehre von BET verstanden hatte, konnte eine solche Predigt genauso halten. Ich schlenderte bis zum Mittag noch umher um meine Gedanken für die Predigt zu sammeln und ordnen. Gegen Mittag war es dann soweit. Ich trat auf ein eilig herangeschafftes Rednerpult und eine ungeheure Energie nahm mich völlig ein. Ich sah all diese Menschen, wie sie begeistert und außer sich, mir zujubelten. Als sich eine gespannte Ruhe unter den Zuhörern gebildet hatte, begann ich:

"Ich predige heute im Namen von BET, aber ich predige nicht von Gewaltlosigkeit, völliger Nächstenliebe oder dem Leben nach dem Tod. Ich predige über nichts, was ich nicht mit voller Gewissheit sagen kann und an was ich aus tiefstem Herzen glaube. Aus anderen Religionen hört ihr: 'Und wenn er dich auf die eine Backe schlägt, dann halte auch die andere hin!' Ich aber sage euch: Schlägt dich jemand auf eine Backe, dann wehre dich und schlag ihm auf die seine. Unseren Vorfahren wurde beigebracht: 'Liebe deine Feinde wie dich selbst.' Ich aber sage euch: Falls sie gegen dich oder BET vorgehen wollen, dann bekämpfe sie! Denn wie könnt ihr lieben, wenn sie hassen? Wie könnt ihr von uns Erlösung verlangen, wenn ihr nicht für uns einstehen wollt? Wie könnt ihr sagen, dass ihr BET’ler seit, wenn ihr nicht alles für die Gemeinschaft tun wollt?

Immer wieder höre ich von Menschen, die angsterfüllt zu mir kommen und sich fürchten, dass sie für ihren Glauben bestraft werden. Ich weiß leider sehr gut, dass BET hier in dieser Stadt nicht gerne gesehen wird. Vor allem der Bürgermeister Belerofort hetzt gegen uns, er verleumdet, diffamiert und lügt, aber davon lassen wir uns nicht einschüchtern. Wir sind stark, weil wir wissen, dass wir im Recht sind. Fürchtet euch nicht meine Brüder. Ich werde für euch kämpfen, ich werde es auf mich nehmen euch alle zu erlösen, denn was Belerofort dem geringsten von euch antut, das tut er mir an. Die Welt ist kein perfekter Ort, das ist mir durchaus klar, aber mir eurer Hilfe kann er es werden. Wir können eine bessere Welt erschaffen und wenn sie nur für eine Weile bestand hat, so hätte sie doch gelebt. Gemeinsam können wir es schaffen, dass aus dieser Welt ein neuer, ein besserer Ort wird. Selbst wenn all unsere Vorhaben scheitern sollten, wenn BET in Vergessenheit gerät und die Geschichte mich vergessen sollte, bedenkt, dass es besser ist gemeinsam zu verlieren als alleine zu siegen."

Ich sah, wie die Menschen etwas Mut schöpften, sie sahen endlich einen Ausweg aus ihrem festgefahrenen Leben. Als ich ihre Gesichter sah, wählte ich 23 von ihnen aus und rief sie zu mir und so vollzog an ihnen den Eid von BET wie er bis heute noch überall auf der Welt durchgeführt wird. Als sich alle auf der Bühne versammelt hatten, sprach ich: "Kniet nieder meine Freunde. Kniet nieder ihr tapfersten aller Männer, ihr seid die Zierde der Menschheit". Als ich alle auf ihre Knien waren, sprach ich weiter: "Seit ohne Furcht im Angesicht eurer Feinde, seit tapfer und ehret BET, sprecht stets die Wahrheit auch wenn es euren Tod bedeutet, helft anderen BET’lern wo immer ihr nur könnt. Beschützt die Wehrlosen, tut niemals Unrecht und, egal was ihr tut, tut es für BET. Nun sind meine Feinde, die eurigen und meine Freunde sind eure Freunde. Ihr sollt mir allzeit treu und gewärtig sein. Außerdem sage ich euch, dass mein Name einzigartig ist in der Welt und dass ich selbst von niemandem außer Mr.Zufall gerichtet werden kann. Das soll unser Schwur sein, welcher ab heute gilt." Als ich das zufriedene Lächeln in ihren Gesichtern vernahm, schlug ich ihnen auf die rechte Backe: "...und das ist dafür, dass ihr unseren Eid niemals vergesst!"


Der Traum der Erkenntnis

Nach dieser Predigt ging ich erschöpft, aber zufrieden nach Hause. Julia erwartete mich schon. Ich freute mich so sie endlich wieder zu sehen, doch war ich zu erschöpft um ihre Gesellschaft voll auszukosten. Nach kurzer Zeit ging ich ins Bett und bevor ich das Kissen berührte, war ich auch schon eingeschlafen. Als ich am nächsten Morgen schweißgebadet aufwachte, blickte mich Julia ängstlich an. "Du hast im Traum geredet. War es etwas Schlimmes von dem du träumtest?" fragte sie mich mit beunruhigter Miene. "Ich... Ich weiß es nicht. Ich hatte einen sehr merkwürdigen Traum", begann ich zu erzählen, "Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass alles zusammenhängt. Es war als würde ich eine lange Kette von Ereignissen sehen, die weit aus länger und älter war als ich. Ich hatte das Gefühl, dass ich sehen konnte was alles passiert war und was noch geschehen würde. Es war ein klares Muster, das sich vor mir, und nur vor mir, ausgebreitet hatte und dann, ganz plötzlich, wurde mir klar, dass wir alle ein Teil davon sind und dass wir in unserer Rolle gefangen sind. Dann hatte ich das Gefühl zu verbrennen. Ich sah eine furchteinflößende Sonne, die auf mich niederbrannte. Die Hitze konnte ich fühlen, die Schmerzen spüren und ich war gefangen in einer ausweglosen Situation. Ich weiß nicht viel über diesen Traum, aber ich weiß, dass es sich wie sterben anfühlte. Meinst du, dass dies ein schlechtes Omen ist?" fragte ich schließlich.

Julia überlegte lange und antwortete schließlich: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass du etwas getan hast was den Tod verdienen würde." "Zwar hast du recht, aber wer blickt hinter die Entscheidungen, die er nicht versteht? Ich sehe in diesem Traum das Werk der Vorsehung, die mich zwingt meinen Plan zu vollenden." antworte ich ihr mit zittriger Stimme.


Die Verhaftung

Nachdem ich den Tag in der Stuttgarter Altstadt verbracht hatte, ging ich abends wieder zu Julia. Wir legten uns sehr früh schlafen, doch wurde ich durch lautes Getrampel und Gemurmel vieler Menschen mitten in der Nacht aufgeweckt. Plötzlich klopfte es an der Türe und eine laute Stimme sagte: "Aufmachen! Aufmachen oder wir dringen gewaltsam ein!" Also stieg ich aus dem Bett und öffnete die Türe. "Was gibt es? Warum weckst du mich mitten in der Nacht?" fragte ich den Soldaten der vor meinem Haus stand. "Ich habe befehl dich zu verhaften. Bitte wehre dich nicht oder wir müssen dir Gewalt antun." erwiderte dieser. Als ich mich umdrehte, sah ich Julia. Sie stand vor dem Schlafzimmer und weinte bittere Tränen, also ging ich zu ihr und tröstete sie. "Bitte weine nicht. Es wird alles gut werden und uns wird nichts geschehen." Ich schritt wieder zur Eingangstüre und sah mindestens 20 bewaffnete Männer, die zitternd und mit furchterfüllten Gesichtern vor meinem Haus standen. "Fürchtet auch ihr euch nicht. Ihr habt nichts Falsches getan und ich werde mich nicht zur Wehr setzen." Ein recht stattlicher junger Mann fiel vor mir auf die Knie und fasste mich an meinen Beinen. "Bitte vergib mir Herr, ich weiß was du für uns alle getan hast und dennoch werden wir dich verhaften. Ich bin ein gläubiger BET'ler und fürchte deine Rache." "Bitte steh auf. Du hast nichts Falsches getan und dir wird vergeben werden. Ich werde auch dich beschützen, denn so du durch tiefes Wasser gehst, will ich bei dir sein. Wenn du durch reißende Ströme wanderst werde ich dafür sorgen, dass du nicht ersäufst; und wenn du durch das Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen, denn ich werde bei dir sein alle Zeit." antwortete ich. "Aber man wird euch großes Leid antuen, ihr werdet furchtbar leiden müssen und ich bin an dieser Schandtat beteiligt. Wie könnt ihr euch um mich kümmern?" antwortete der verängstigte Mann immer noch auf Knien. Also bückte ich mich zu ihm in den Staub und sagte: "Ich verspüre keinen Grimm gegen dich und wenn ich dir zusage, dass ich dich beschütze so ist dies die Wahrheit, denn mein Wort ist wahrhaftig; und was ich zusage, das halte ich."

Sodann packte mich der Anführer an meinem Arm und schleifte mich vor meiner weinden Frau davon. Sie schrie: "Ich werde dich verlieren, oh Gott. Ich werde dich nie wieder sehen. Wie sollst du das nur überleben, Schatz, wie?" Als ich sie nur noch als blassen Schatten in der Dunkelheit sah, schrie ich: "Ich vermag alles durch dich, denn du allein machst mich mächtig. Ich liebe dich." Zwar sah ich ihr Gesicht nicht mehr, doch glaube ich fest daran, dass sie mich gehört hat.

Meine unerwartete Reise dauerte nicht lange. Nach nur 20 Minuten Fußweg erreichten wir das Gefängnis in dem ich auf meine Verhandlung warten sollte. Der Bürgermeister von Stuttgart, Belerofort, hatte mich angeklagt seine Bürger zu Verführen und gegen ihn zu hetzen. Mir wurde mitgeteilt, dass darauf die Todesstrafe stünde und so wartete ich voller Ungewissheit in einem nassen, dunklen Verlies. Nun begann eine schreckliche Zeit, gab es kaum Essen, ich wurde geschlagen und gefoltert. Man hatte mir die Haare abrasiert und mich grün und blau geschlagen, dabei lachten die Aufseher und sagten: "Wir werden sehen, ob du für die Menschen immer noch ein Held bist. Ob sie dich so wie du jetzt aussiehst immer noch verehren?" Es dauerte ungefähr 3 Tage in bis sich endlich die Zellentüre öffnete und der Mann, der mich verhaftet hatte, vor mir stand. "Mitkommen!" sagte er. Ich konnte kaum mehr stehen und so schleppten mich 2 meiner Peiniger in den Verhandlungssaal. Dort, auf einem großen Podest, stand der Belerofort. Zufrieden schaute er auf meinen verletzten, blutenden Körper und sagte: "Du blutest also genauso wie wir. Nun Florian gut zu wissen, dass du immer noch ein Mensch bist. Man erzählt Großes von dir." Ich schaute ihn nicht an und sagte auch nichts, was ihn wohl noch mehr reizte. "Knie nieder." schrie er darauf hin, "verbeuge dich vor meiner allumfassenden Macht!" Als ich mich nicht rührte schlug mir ein Wächter brutal in den Rücken. "Vor langer Zeit wurde mir gesagt, dass ich vor niemandem knien soll. Ich knie nicht vor dir oder sonst irgendeinem Menschen." antwortete ich. Da lachte er laut und gab den Befehl mich zu prügeln. Nach unzähligen Schlägen lag ich auf dem Boden. Ein zufriedenes Lächeln huschte über sein, sonst völlig regungsloses, Gesicht. "Was ist? Hast du nichts zu sagen? Was denkst du über mich? Sprich! Ich sage dir: sprich oder ich werde dich ohne mit der Wimper zu zucken hinrichten lassen!"

"Was ich über dich denke, willst du wissen?" begann ich zögerlich. Ich nahm meine gesamte Kraft zusammen und rappelte mich auf, dann sprach ich mit starker Stimme: "Was ich über dich denke, willst du wissen? Du hast mir meine Anhänger genommen, denen ich noch so viel mehr zeigen wollte. Du hast mir meine Familie, meine Brüder und meine Freunde genommen, dich ich so sehr liebe. Du hast mich in ein dunkles Verlies gesperrt. Du hast mich gefoltert. DU hast MICH gefoltert! Doch trotz allem glaube mir, wenn ich dir sage, dass du mir Leid tust. Niemals wirst du erfahren wie es ist ein BET'ler zu sein. Niemals wirst du im Himmelreich sein. Du kannst mir meine Augen ausstechen und ich werde immer noch die Wahrheit sehen können. Du kannst mir meine Ohren abschneiden und ich werde immer noch den Klang der Freiheit hören. Doch die Rache ist mein; ich will Vergeltung üben, dass du erfahren sollst: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an dir vollstreckt habe, denn bevor meine Zeit gekommen ist, werde ich mich über deinen Leichnam beugen und lächeln. Dann werde ich dir die Ohren und Nase abschneiden, damit du für alle Ewigkeit blind und taub umherwandern wirst. Jeder der dich in der Ewigkeit sieht soll sehen, dass du der Verräter Belerofort bist, denn ich für alle Zeit entstellt habe und sie werden, wie ich, über dich lachen und da du so elend bist, werden deine Qualen in der Hölle tausendmal schlimmer sein."

Zitternd schrie Belerofort: "Ab mit ihm ins Gefängnis! Ich brauche Zeit um über eine Strafe nachzudenken." Und so schleifte man mich zurück in meine Zelle die, so war es mir schon jetzt klar, mein nasses Grab werden würde.


Julia Besucht das Gefängnis

Ich wartete schon über eine Woche in meiner Zelle, bis sich die Türe endlich öffnete. Vor mir stand meine Frau und als ich sie sah, durchströmte mich eine Wärme wie ich sie schon seit langer Zeit nicht mehr gespürt hatte. Sie war der Lichtschein am Ende eines langen, dunklen Tunnels. Sie rannte auf mich zu und begann mich wild zu umarmen, zwar schmerzte mein Körper bei jeder Berührung, doch war ich trotzdem glücklich. Daraufhin setzte sich zu mir und begann meine Wunden zu versorgen, auch hatte sie etwas Wasser dabei, welches ich so gleich gierig zu trinken begann. "Wie geht es dir?" fragte sie und sah doch gleich darauf ein, wie unnötig die Frage war. Ich sagte ihr wie sehr ich sie vermisst hatte und wie froh ich bin sie an diesem so düsteren Ort zu sehen. Lange Zeit saß ich still auf dem Boden und dachte nach, dann sagte ich ihr: "Du musst von hier verschwinden und darfst nie wieder kommen." Ich sah das Entsetzen in ihrem Gesicht und erkannte das Unverständnis. Ich sprach weiter: "So unbegreiflich es auch erscheinen mag, es ist die einzige Möglichkeit das dir nichts geschieht. Schwöre ab von mir und rede nie wieder über mich. Ansonsten werden sie auch dich verfolgen." Sie antwortete schnell und mit der Stärke, die ich von ihr gewohnt war: "Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen soll und von dir umkehren. Wo du hin gehst, da will auch ich hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch; wo du stirbst, da sterbe ich auch, genau da will auch ich begraben werden." Ich war zu Tränen gerührt und sagte: "Julia, du musst wissen, dass mein größter Traum in Gedanken neben mir liegt. Ich kann der ewigen Glückseligkeit entspannt entgegensehen, denn meine Hand spürt in deinem Bauch neues Leben. Bedenke Julia: ich werde im Jenseits auf dich warten. Wir werden uns wiedersehen."

Sie war so tapfer, wahrscheinlich noch viel mehr als ich es war. Es dauerte nicht lange, da kamen auch schon zwei Wächter und sprachen: "Los Weib, es wird Zeit zu gehen." Also stand meine Frau traurig auf. Ich dachte noch, dass das wohl das Problem ist, wenn man sich in seine Traumfrau verliebt, denn sie hat die Angewohnheit real zu werden und wenn man sie dann verliert geht man daran zugrunde. Dann umarmten und küssten wir uns und wir wussten beide, dass es das letzte Mal sein würde.


Die Strafe wird verkündet

Nach ein paar Tagen, es kam mir wie die Ewigkeit vor, öffnete sich meine Zellentüre und 2 Wächter zogen mich heraus. "Heute erfährst du deine Strafe." verkündete einer der Wärter hämisch. Prügelnd und tretend zogen mich meine Peiniger in die Große Empfangshalle des Bürgermeisters. "Da bist du ja...", schrie er mir schon beim Betreten der Halle zu. "Ich hatte dich gepflegter in Erinnerung!" stieß er unter lautem Lachen heraus. Alle Bediensteten lachten, teils aus Treue zu ihrem Herrn, teils aus Angst vor eben diesem. Ich schaffte es gerade noch mich in der Mitte des Raumes auf meinen Beinen zu halten und sagte trocken: "Tu was du schon lange beschlossen hast! Ich fürchte mich nicht. Nicht vor dir, noch vor sonst irgendjemand, denn BET ist bei mir. Ich bin wer ich bin und deshalb fürchte ich mich nicht." "Nicht einmal deine Religion wird dich vor deinem sicheren Tod bewahren." antwortete mir Belerofort. "Sodann lass es uns hinter uns bringen. Ich verurteile dich wegen Hochverraten und Verführung meiner Untertanen..." "Ha! Deiner Untertanen sagst du? Du bist nicht ihr Herr, sie sind es selbst. Mir scheint du frönst dem Größenwahn. Ich fürchte gar, dass du unter diesen Menschen, ein Mensch zu sein, verlerntest. Belerofort, du hast mich getroffen, nicht gebrochen. Du hast mich verwundet, nicht getötet. Du hast mich geschwächt, aber noch lange nicht zermalmt!" brach es aus mir heraus. Doch sogleich wurde ich mit einem festen Schlag in den Magen belohnt. "Schweig! Schweig, du Wicht!" schrie Belerofort rasend vor Wut, "Schafft ihn mir aus den Augen. Ich will sein Angesicht nie wieder erblicken. Er soll mit 4 Seilen, eins an jedem seiner Gliedmaßen, an den Boden gefesselt werden und dann in der Hitze des Mittags der unbarmherzigen Sonne ausgesetzt werden. Die Sonne kennt keine Gnade, nicht mal vor dir, du angeblicher Prophet. Sie wird dich so schmerzvoll peinigend, quälend langsam und unausweichlich tödlich, dahinraffen." Einige der Anwesenden waren entsetzt, denn diese Art des Todes war eine der Quälendsten. Die heiße Mittagssonne, trocknet den Körper langsam aus. Es kann Tage dauern bis der Körper der Hitze nachgibt. Der Verstand allerdings gibt schon viel früher auf. Schon nach einigen Stunden in der Sonne beginnt man zu phantasieren. Erst wird der Mund trocken, dann platzen die Lippen aufgrund des Wassermangels aus. Wenn dann die Haut zu schrumpeln beginnt und zu Leder wird und die Haut, gequält von der Sonne, Blasen wirft, geht es mit dem Gepeinigten zu Ende. Die Frauen in der Halle begannen zu weinen und es war mir, als wäre eine in Ohnmacht gefallen. "Was sagst du dazu? Willst du nicht um Gnade betteln? Willst dich nicht vor mir auf die Knie werden und um Vergebung bitten? Willst du nicht im Staub kriechen und mir meine Füße küssen? Tu es! Tu es und ich werde dich begnadigen. Ich verlange nur, dass du öffentlich von BET abschwörst." durchbrach Belerofort meine Gedanken.

Selbst in meiner ausweglosen, hoffnungslosen Situation musste ich lachen und sagte: "Abschwören? Wie engstirnig wäre ich, wenn ich nur um ein paar Jahre weiterzuleben, die ewige Seligkeit von BET aufgeben würde? Wie engstirnig wäre ich, wegen dir meinen Glauben verraten würde? Wie engstirnig wäre ich, wenn ich all das, was ich lehrte, wegen einer solchen Kleinigkeit, verleugnen würde? Nein, vor dem Tod fürchte ich mich nicht. Ich fürchte mich einzig und allein vor der Leeren, die entstünde wenn ich von BET abschwören würde. Ich werde nicht sterben. Mein Körper wird vielleicht zu Grunde gehen, doch bin ich erst wirklich tot, wenn niemand mehr an mich denkt. Erst wenn niemand mehr an BET glaubt, werde ich wirklich sterben."

Wohl überrascht und beeindruckt von meiner Standhaftigkeit sagte Belerofort: "Sodann hast du dich entschieden. Morgen zur Mittagszeit soll deinem Leben ein Ende gesetzt werden." Deshalb schrie ich aus voller Kehle: "In Gedenken an eine bessere Zeit. Es lebe der Tod!" Daraufhin schleifte man mich in meine Zelle zurück.


Vergesst mich nicht!

In meiner letzten Nacht vor meinem Tod konnte ich natürlich nicht schlafen. Vielmehr unterhielt ich mich mit meinen Mitgefangenen. Viele hatten von meinem Verhalten in der Halle gehört und sprachen bewunderte Worte aus. So unterhielt ich mich also mit einem Gefangenen Namens Brutus, der mich fragte warum ich keine Angst hatte. Warum ich nicht vor dem Tod fürchte und ob ich keine Angst hatte, dass BET mit mir zugrunde geht. So antwortete ich eben diesem: "Gedenkt der Idee von BET und nicht mir. Ich werde bald sterben und danach vielleicht in Vergessenheit geraten. Man kann dieser Idee zwar nicht zujubeln, sie nicht lieben und nicht berühren, aber nach meinem Tod werdet ihr die Idee von BET für alle Ewigkeit in euren Herzen tragen. Deshalb tut es mir nach und wagt alles was unserer Sache nützt. Wer weniger tut, der ist kein BET'ler! Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es behalten." Dann erhob ich meine Stimme, sodass mich ein jeder in diesem Gefängnis hören konnte: "Ihr seit alle freie Männer. Vergesst das niemals. Ich sehe hier so viel Tapferkeit, lasst euch nicht brechen, denn wenn ihr um euer Leben bettelt, dann lebt ihr vielleicht noch eine Weile und wenn ihr tapfer seid, sterbt ihr vielleicht. Doch wenn ihr in ihr in vielen Jahren dann sterben auf eurem Totenbett liegt, wärt ihr dann nicht bereit jede schmachvolle Sekunde eures jämmerlichen Lebens einzutauschen um nur noch einmal, ein einziges Mal, wieder hier zu sein und zu sagen: Nein, ich war nicht feige, war nicht schwach, nein, ich war tapfer. Ich starb ehrenvoll!" Brutus war überzeugt und trat noch in dieser Nacht BET bei. Am nächsten Tag allerdings, sollte er wie ich sterben und ich empfand solches Mitleid mit ihm. Dann legte ich mich in eine Ecke meiner Zelle und überlegte. Mir war bewusst, dass mir die schier unermessliche Ewigkeit folgen wird und ich frage mich: Werden meine Taten die Zeiten überdauern? Werden meine Gefährten in meinem Namen die Bewegung weiterführen? Werden Fremde meinen Namen hören, lange nach dem ich tot bin, werden diese sich fragen, wer ich war, wie tapfer ich für unsere Sache kämpfte und wie leidenschaftlich ich meine Frau liebte?"


Der Abschied

Mein letzer Tag auf dieser Erde begann recht früh. Man schleppte mich schon am Morgen aus meiner Zelle und band mich auf dem Boden fest. Als die Männer mich aus meiner Zelle holten, blicke ich ihnen tief in ihre Augen. Einige wandten ihren Blick beschämt von mir ab, doch ich sah sie mit festem Blick an, denn auch so bleibt man für alle Ewigkeit in Erinnerung. Ich war an diesem Tag nicht der einzige zum Tode Verurteilte, wenn gleich ich der Berühmteste war. Viele Menschen waren gekommen um meine letzen Stunden mit zu erleben. Bei mir war auch Brutus, denn man gefesselt auf einen Hackblock legte. Ihm sollte in wenigen Minuten der Kopf abgeschlagen werden. Einerseits tat er mir leid, aber andererseits war er wenigstens schnell aus dieser Welt erlöst und wird bald im ewigen Himmelreich von BET sein und dort soll er sitzen neben IHM und Mr.Zufall die auf ihrem Thron aus das Treiben der Welt beobachten. Als ich die vielen Menschen sah, die so traurig waren, die rote Augen von den vielen vergossenen Tränen hatten und die alle Hoffnung längst aufgegeben hatten, sagte ich: "Ihr steht da, weint und sagt: Warum nur; warum muss er sterben? Ich aber liege hier, träume von einer besseren Welt und sage: Warum nicht? Was macht es für einen Unterschied? Es geht doch nicht um mich. Ich bin nichts Besonderes. Es geht doch einzig und allein um BET. Ich werde mich für euch opfern und eure Liebe soll meine Bezahlung sein!"

Stunden lag ich in der immer heißer werdenden Mittagssonne. Ich spürte wie mich nach und nach meine Kräfte verließen mit meiner letzen Kraft sagte ich: "Es kommt mir so unwirklich vor, dass mein Leben an diesem schrecklichen Ort enden wird, aber ich hatte ein wunderbares Leben und ich habe mich bei niemandem für meine Taten entschuldigt. Ich werde bald sterben. Jedes kleine bisschen bis auf eins: Die Hoffnung. Ich hoffe, dass ihr meine Geschichte weiter erzählt. Ich hoffe, dass die Dinge besser werden. Aber vor allem hoffe ich, dass ihr mich verstehst, wenn ich sage, dass ich alles einzig und allein für BET getan habe. Auch nach meinem Tod müsst ihr standhaft bleiben und entschlossen, aber vor allem müsst ihr vereint bleiben! Fürchtet euch nicht! Es wird immer erst schlimmer bevor es besser wird. Ich trete bald in das Licht einer anderen Welt und euch soll es nicht reichen bei den austauschbaren Sandkörnern am Strand und den so immer gleichen Sternen am Himmel mitgezählt zu werden! Ein BET'ler ist etwas besonderes, ist etwas besonderes, ist etwas besonderes... Ein BET'ler tut alles was er muss, weil er es kann. Ein BET'ler kann alles, aber er will mehr! Jetzt aber will ich frei sein. Ich werde hoch in den Himmel steigen, werde die Sonne und den Mond sehen und wenn es nur die dunklen Wolken sind... Ich will endlich frei sein..."